In Karlshorst fanden die großartigen „Großen Preußischen Armeejagdrennen“ statt – seit 1862 ein jährliches Galopp- und Hindernisrennen. Dahinter stand die Initiative von Alfred Bonaventura von Rauch, damaliger Flügeladjutant des Königs Wilhelm von Preußen. Alfred von Rauch zählte zu den markanten Akteuren des Galopprennsports. Er konnte dabei auf Pferde aus der Vollblutzucht des Plessenschen Gestüts Ivenack in Mecklenburg zurückgreifen (siehe Bild).

Als Schatten der Pferdesport-Tradition verblieben ist die „Trabrennbahn Karlshorst“, die bereits vor 20 Jahren für die Bebauung des Projektes „Carlsgarten“ die Hälfte ihrer Fläche verloren hat. Jetzt steht eine städtebauliche Umwälzung des Geländes bevor. Ein Bebauungsplanverfahren für das verbliebene Gelände soll eröffnet werden. Das Bezirksamt Lichtenberg und die Eigentümer des Geländes stellten am 14. Dezember 2020 städtebauliche Konzept vor, einsehbar unter https://mein.berlin.de/projekte/trabrennbahn-karlshorst/.

Die AfD-Fraktion Lichtenberg nahm Stellung zum Städtebaulichen Konzept zur Entwicklung des Geländes in Karlshorst. Im Gegensatz zum Entwurf des Bezirksamts Lichtenberg beabsichtigt die AfD-Fraktion im Bebauungsplan, traditionelle, klassisch-preußisch gegliederten Gebäudefassaden entlang der Treskowallee zu verankern. Des Weiteren will die AfD-Fraktion Lichtenberg das Gelände weniger verdichten, als dies vom Bezirksamt vorgesehen ist. Die AfD will zudem den Bau einer Grundschule in die Planung aufnehmen lassen.

Dies ist der Wortlaut der Erklärung der AfD-Fraktion Lichtenberg vom 02. Februar 2021:

Stellungnahme der AfD-Fraktion Lichtenberg zum Städtebaulichen Konzept zur Entwicklung des Geländes der Trabrennbahn Karlshorst

weniger Verdichtung, eine Grundschule und traditionelle Architektur an der Trabrennbahn Karlshorst

Die AfD-Fraktion Lichtenberg will weniger Verdichtung, den Bau einer Grundschule und traditionelle Architektur im Bebauungsplanverfahren „Trabrennbahn Karlshorst“ verankern. Die AfD-Fraktion Lichtenberg befürwortet ein Bebauungsplanverfahren, um den Pferdesport zu entwickeln und um in städtebaulich verträglichen Maße Wohnraum und Gewerbeflächen zu schaffen. Zudem fordert die AfD-Fraktion Lichtenberg, die in Karlshorst dringend benötigte Grundschule im südöstlichen Bereich des Plangebiets zu errichten. Die Schulentwicklungsplanung des Bezirks legt die Notwendigkeit offen, einen weiteren Schulbau in Karlshorst zu errichten, um zukünftigen Schulplatzmangel zu begegnen.

Jene 500 Wohneinheiten und Gewerbebauten, die in vorliegendem Konzept des Bezirksamts angestrebt werden, sind unangemessen viel. Die AfD-Fraktion lehnt die beabsichtigte bauliche Dichte von 1,5 GFZ als weit überzogen ab. Zum Vergleich: dies entspräche der Dichte der Bebauung zwischen der Godesberger Straße und der Drachenfelsstraße. Die geplante Geschossigkeit von 5 Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss ist vollkommen unangemessen. Dies ist auch mit dem Flächennutzungsplan nicht in Übereinstimmung zu bringen. Stattdessen erwartet die AfD-Fraktion die Gebäudehöhe auf 3 Vollgeschosse zu begrenzen.

Der AfD-Fraktion Lichtenberg es besonders wichtig, die denkmalgeschützte historische Bebauung zu bewahren und die gesamte Anlage in ein stimmiges Ensemble zu verwandeln. Der AfD-Fraktion Lichtenberg legt besonderen Wert darauf, die Berliner Stadtidentität wiederherzustellen. Die Neubauten auf der ehemaligen „Galopprennbahn für Hindernis- oder Jagdrennen“ sollen ästhetisch der klassischen preußischen Tradition entsprechen. Die Neubauten sollen gegliederte Haupt- und Seitenfassaden, ausgeprägte Sockelzonen, Regelgeschosse und markante Dachabschlüsse aufweisen. Besonderes Augenmerk liegt auf deutlichen, traditionell klassisch-preußisch gegliederten Gebäudefassaden entlang der Treskowallee. Dazu dienen asymmetrisch angeordnete Baukörper, eine komplexe Dachlandschaft mit geneigten Dächern, Gauben und Giebeln, hochrechteckige Fensterformate und eine limitierte Palette von angenehmen Farben.

Der Baumbestand an der südöstlichen Grenze des Baugebiets ist zu erhalten. Eine weiter verstärkte Versiegelung ist unbedingt zu vermeiden. Die übermäßigen Wohnungs- und Gewerbebauten sind nicht mit dem Landschaftsschutzprogramm in Einklang zu bringen und sind konträr zum Umweltschutzziel.