DS/1667/VIII ; Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht sich verstärkt für die Gewinnung und Vermittlung von Tagesmüttern/-vätern einzusetzen und insbesondere bei der Raumbeschaffung behilflich zu sein, um mehr Betreuungspersonal zu rekrutieren für den noch immer hohen Bedarf an Kita-Plätzen.

Begründung: In Lichtenberg gibt es zurzeit nur ein kleines Angebot verfügbarer Tagesmütter/-väter (nachweisbar mit 30 Adressen im Internet). Lt. Kita-Entwicklungsplan 2018 ist von 220 Tagespflegeplätzen die Rede, die -zeitlich befristet- angeboten werden gegenüber 14.000 regulären Kita-Plätzen, d.h. nur 1,6 % entfallen auf private Tagespflegestellen. Das fehlende Personal für die Kinderbetreuung insgesamt wird mit 980 Stellen angegeben.

Der mögliche Zuverdienst könnte jedoch für viele Mütter und Väter ein attraktives Angebot sein zur Ausübung des Jobs. Gerade im Interesse von Alleinerziehenden sollte man die nötigen Voraussetzungen schaffen, um damit eine Lücke der Kitabetreuung zu schließen. Der gegenwärtige immer noch sehr hoch ausgewiesene Kita-Bedarf wird mit großzügigen Summen subventioniert (20.000 €/Kind bei Neubauten) und lockt deshalb Investoren an, die zuvorderst ihre Eigeninteressen verfolgen, weshalb flexible und kurzfristige Alternativen eine bessere Lösung wären. Zusätzlich gibt es verstärkt Nachrichten von Schadensersatzklagen, die den Bezirksämtern auch von dieser Seite die Dringlichkeit des Kita-Bedarfs vor Augen führen.