„Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen!“ – das könnte als Wahlspruch dem Lichtenberger Stadtwappen hinzugefügt werden. Nur manchmal bilden sich dünne Risse in der Mauer des Schweigens über die Lasten, die Kindern auferlegt werden. „Kindermund tut Wahrheit kund“ – das sagt dagegen das alte Sprichwort, denn Gespräche mit Kindern sind oft erhellend, wenn sie frei erzählen, was ihnen wichtig ist.

Bereits am 10. November 2018 wurden Lichtenberger Kommunalpolitiker mit dem Thema „Angst auf dem Schulweg“ konfrontiert. Die Lichtenberger BVV (Bezirksverordnetenversammlung) hatte Kinder und Jugendliche zu einer Jugend-BVV unter dem Motte „Jugend meets Politik“ eingeladen und die Kinder sagten den Lokalpolitikern was ihnen wichtig ist. Auf dieser Veranstaltung nannten die Kinder als wichtiges Thema: „Angst auf dem Schulweg“. https://jup.berlin/jugendbvv_lichtenberg_2018

Grundschulkinder auf dem Schulweg sind auf Ordnung und Sicherheit angewiesen und Polizei und Ordnungsamt müssen handeln, um Ordnung und Sicherheit in der Umgebung des Bahnhofs Lichtenbergs zu schaffen. Solange die Grenzen offen sind und Personenfreizügigkeit in der EU herrscht, gleicht dieses Bemühen leider der Aufgabe des Sisyphos, der einen schweren Stein einen Berg hinaufrollt, nur um ihn anschließend wieder hinunterrollen zu sehen.

Das Bezirksamt berichtete dem Schulausschuss in seiner 45. Sitzung am 15. September 2020, dass schulfremde Personen aus der Umgebung des Bahnhofs Lichtenberg regelmäßig das Schulgelände einer Schule im Weitlingkiez betreten und die Schultoiletten benutzen. Das Protokoll der Sitzung hält den Bericht des Bezirksamtes wie folgt fest: „Robinsonschule: Intensive Gespräche im Weitlingkiez, da Situation um Schule herum schwierig durch u. a. die örtliche Obdachlosigkeit ist. Die Situation ist vergleichbar mit letztem Jahr und Schulwege sind beeinträchtigt. Das Bezirksamt hat das Problem im Blick.“

Die AfD-Fraktion in der BVV-Lichtenberg stellte am 10. Dezember 2020 an das Bezirksamt Lichtenberg die Kleine Anfrage „Schulfremde auf Schulgelände im Weitlingkiez“ (KA/0526/VIII). Das Bezirksamt Lichtenberg konsultierte die Außenstelle Lichtenberg der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, denn die Sachverhalte liegen in deren Zuständigkeit.

1. Frage: Seit wann, wie häufig und wie viele Schulfremde betraten das Schulgelände? Antwort: Es sind 3 Fälle aus dem Sommer 2020 bekannt, davon einmal ursächlich wegen des Besuchs der Toilette und zweimal aufgrund des versuchten Drogenkonsums.

2. Frage: Welche Maßnahmen ergriffen das Bezirksamt und die Schule, um zu verhindern, dass Schulfremde in Zukunft das Schulgelände betreten? Antwort: Der Haupteingang und das Tor zum hinteren Schulhof werden verschlossen gehalten, der Zugang zur Schule ist nur nach Benutzung der Wechselsprechanlage möglich.

3. Frage: Welchen Erfolg hatten die Maßnahmen? Antwort: Seit Oktober 2020 sind keine Fälle bekannt.

4. Frage: Falls die Maßnahmen keinen Erfolg hatten, welche weiteren Maßnahmen sind geplant? Antwort: Siehe Punkt 3.

5. Frage: Inwieweit ist das unmittelbare Umfeld in die Maßnahmen einbezogen, um einen sicheren Schulweg zu gewährleisten? Antwort: Es gab einen entsprechenden Kontakt zwischen dem Vorsitz der Gesamtelternvertretung und der Platzmanagerin zur Erörterung von präventiven Maßnahmen.